PerfView
PerfView ist das Tool, das du startest, wenn Performance plötzlich im Weg steht: hohe CPU, mysteriöse Pausen, Speicher, der sich vollläuft. Es stammt direkt aus dem .NET-Umfeld, ist kostenlos und richtet sich an Leute, die Antworten statt Ratespiele wollen. Im Folgenden zeige ich dir, was PerfView kann, wo es glänzt und wo es aneckt.
Vorteile
- Tiefgreifende ETW und EventPipe Analyse für .NET und Windows
- Starke Heap Snapshots und Diffs zur Lecksuche
- Kostenlos, Open Source und per CLI automatisierbar
Nachteile
- Steile Lernkurve und nüchterne UI
- Nur als Windows App; Linux und macOS nur via Trace Analyse
- ETW Aufzeichnung erfordert Adminrechte
PerfView - Performance Analyse für .NET und Windows
PerfView ist ein fokussiertes Werkzeug, das CPU und Speicherprobleme sichtbar macht - von heißen Pfaden bis zu fiesen Leaks. Es liest ETW und EventPipe Traces, kommt ohne Installation aus und ist unter der MIT Lizenz frei verfügbar. Kurz: Wenn dir Produktionslogs nicht mehr reichen, liefert PerfView harte Fakten.
Was macht PerfView besonders?
Die Stärke liegt in der Tiefe: callstacks, Thread Time View für Universal Traces, präzise GC Analysen und solide Symbolauflösung. Es versteht klassische .etl Dateien ebenso wie moderne .nettrace Formate und hilft dir, sowohl Managed als auch systemnahe Ursachen einzugrenzen. Updates bringen regelmäßig Verbesserungen - zuletzt u. a. die Thread Time View für Universal Traces.
Hauptfunktionen
- CPU Sampling & Hot Paths: Finde die heißesten Codepfade, gruppiere nach Modul, Namespace oder Methode.
- Thread Time View: Sieh, wo Zeit wirklich verloren geht (Run, Ready, Waiting) - ideal bei Latenzproblemen.
- GC Heap Snapshots & Diff: Vergleiche Heaps, entlarve unerwartete Wachstumsstellen und verfolge Referenzketten.
- Event Viewer: Durchsuche Events nach Providern, Keywords und Leveln - fein filterbar.
- Symbolauflösung: Lädt PDBs bei Bedarf, damit Stacktraces sprechende Namen zeigen.
- EventPipe & ETW: Liest Traces aus Windows und .NET Cross Platform Welten; ideal für .NET Core/5+.
- CLI: Automatisiere Sammlungen und Analysen in Build Pipelines oder auf Servern.
So funktioniert es in der Praxis
Typischer Ablauf: Du sammelst mit Collect/Run als Administrator eine ETW Spur, öffnest die Datei und startest in der Stack Viewer Ansicht. Mit Filtern, Gruppierungen und Zeitbereichen grenzt du das Problem ein - etwa nur die Phase rund um einen Spike. Das Schöne: Zum reinen Betrachten vorhandener Traces brauchst du keine erhöhten Rechte.
Wann brauchst du es?
Wenn die CPU dauerhaft hoch ist, die App ruckelt, Startzeiten explodieren oder Speicher schleichend wächst. Für Memory Jagden nimmst du zwei Heap Snapshots und vergleichst sie - der Diff zeigt sofort, welche Typen wachsen und warum. Genau so habe ich schon einen hartnäckigen Cache Leak in einer Orders API in Minuten identifiziert, nachdem Logs tagelang nichts Brauchbares lieferten.
Tipps für Fortgeschrittene
Nutze die CLI für wiederholbare Messungen in CI, setze einen Time Range um Warmup auszublenden, und aktiviere nur die Provider, die du wirklich brauchst - kleinere Traces, schnellere Erkenntnisse. Für Benchmarks kannst du Traces erzeugen und anschließend gezielt in PerfView zerlegen.
Grenzen
PerfView ist kompromisslos zweckorientiert: Die UI wirkt spröde und manche Aktionen sind erklärungsbedürftig. Die App läuft nativ auf Windows; Traces von Linux oder macOS werden gelesen, aber gesammelt wird dort über andere Tools. Und ja: ETW braucht Adminrechte - das ist by design.
System und Voraussetzungen
PerfView ist für Windows gebaut und setzt mindestens .NET Framework 4.7.2 voraus. Für EventPipe Traces aus Cross Platform Szenarien öffnest du die .nettrace Datei direkt in PerfView.
Fazit
Wenn du ernsthaft .NET Performance verstehen willst, führt an PerfView kein Weg vorbei. Es ist gnadenlos ehrlich, schnell und tief - genau das, was du im Feuer einer Produktionsstörung brauchst. Wer eine Hochglanz UI erwartet, wird nicht glücklich. Wer Antworten will, schon. Meine klare Empfehlung für Devs, SREs und Architekten.
Häufig gestellte Fragen:
Ist PerfView wirklich kostenlos?
Ja, es ist Open Source unter der MIT Lizenz und damit kostenlos nutzbar - auch beruflich.
Läuft PerfView auf macOS oder Linux?
Die Anwendung selbst läuft auf Windows. Du kannst aber .nettrace Dateien, die auf macOS oder Linux erzeugt wurden, in PerfView öffnen und analysieren.
Brauche ich Adminrechte?
Für ETW Aufzeichnungen ja. Zum Anschauen vorhandener Traces nicht.
Welche Dateien kann ich öffnen?
Vor allem .etl und .nettrace sowie weitere von gängigen .NET Diagnose Tools erzeugte Formate.
Eigenschaften der Software
Rating:
Name:
PerfView
Lizenzart:
Open Source (MIT)
System:
Windows
Sprache:
English
Update:
21.01.2026
Latest Version:
3.1.28
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