Pale Moon

Pale Moon

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Pale Moon ist der Webbrowser für alle, die Kontrolle und Anpassbarkeit ohne Datensammlung suchen.

Pale Moon ist ein schlanker Webbrowser für alle, die Kontrolle und echte Anpassbarkeit wollen - ohne Datensammelwut und überladenes UI. In diesem Review zeige ich dir kurz und knackig, wofür Pale Moon steht, wo der Browser glänzt, wo er stolpert und für wen sich der Wechsel wirklich lohnt.

Vorteile

  • Unterstützt klassische Firefox-XUL-Add-ons und komplette Themes
  • Keine Telemetrie, klare Datenschutz-Philosophie
  • Schlanke, aufgeräumte Oberfläche mit vielen Tweaks

Nachteile

  • Teilweise eingeschränkte Webkompatibilität bei modernen Sites und CDNs
  • Kein Multi-Prozess, daher bei vielen Tabs weniger robust
  • Kleineres Add-on-Ökosystem, WebExtensions meist inkompatibel

Pale Moon im Überblick

Pale Moon ist ein unabhängiger Browser mit Fokus auf Leistung, Anpassbarkeit und Privatsphäre. Statt ständig neue, teils fragwürdige Features hinterherzuschieben, setzt das Projekt auf einen klaren Kurs: klassische Bedienung, starke Theme- und Add-on-Unterstützung und keine Telemetrie. Wenn du dich nach dem "alten" Firefox-Feeling sehnst, fühlst du dich hier sofort zu Hause.

Was macht Pale Moon besonders?

Die Engine basiert auf Goanna (aus der UXP-Plattform), einem eigenständigen Fork alter Gecko-Technologie. Das klingt konservativ - und ist es an manchen Stellen auch -, bringt dir aber Vorteile: komplette Themes, XUL/XPCOM-Add-ons und sogar NPAPI-Plugins funktionieren weiterhin. Die Oberfläche bleibt bewusst schlank: Menüleiste, anpassbare Symbolleisten, kompakte Dialoge. Kurz: Dein Browser, dein Setup.

Leistung und Ressourcen

Pale Moon läuft single-process. Das spart Overhead und hält den Speicherbedarf niedrig, erfordert aber Disziplin: 60 offene Tabs und zwei Web-Apps im Hintergrund sind nicht sein Lieblingsszenario. Im Alltag fühlt sich Surfen angenehm flott an - besonders auf Systemen, auf denen moderne Multi-Prozess-Browser unnötig schwer wirken. Auf sehr skriptlastigen Seiten (große Social- oder Video-Portale) kann es je nach Skripten ruckeln. Mein Tipp aus der Praxis: Autoplay aus, Tracking-Skripte zügeln und problematische Sites per Site-Permissions feintunen.

Webstandards und Kompatibilität

Das Projekt arbeitet kontinuierlich am modernen CSS- und JS-Substrat. In den letzten Zyklen kamen u.a. CSS-Verbesserungen (wie neue Schlüsselwörter, selektive @supports-Prüfungen), JPEG-XL-Unterstützung sowie Stabilitäts- und Sicherheitsupdates dazu. Trotzdem gilt: Manche Web-APIs fehlen, einige komplexe Web-Apps verlangen explizit nach Chromium/Firefox. Zudem blockieren bestimmte CDN-Sicherheitschecks vereinzelt kleinere Browser. Das Team liefert Workarounds, aber es bleibt ein realistischer Nachteil, den du kennen solltest.

Privatsphäre und Sicherheit

Ein großes Plus: keine Telemetrie, keine heimlichen "Nutzungsdaten". Die Entwickler patchen regelmäßig Sicherheitslücken, aktualisieren Krypto-Bibliotheken und schärfen Details - etwa Cookie-Verhalten und CSP-Handhabung. Bedenke: NPAPI ist zwar praktisch, aber historisch gewachsen und kann ein Risiko sein. Nutze alte Plugins nur, wenn du genau weißt, was du tust.

Add-ons und Themes

Hier spielt Pale Moon seine DNA aus: Legacy-Add-ons und komplette Themes erlauben Tiefe, die du anderswo kaum noch bekommst. Das Ökosystem ist kleiner als bei Firefox/Chromium, doch für Power-User entstehen damit Setups, die exakt zum eigenen Workflow passen - vom minimalistischen Reader bis zum vollausgestatteten Power-Browser.

Bediengefühl - eine kurze Geschichte aus dem Alltag

Ich habe Pale Moon als "Zweitbrowser" gestartet - für Recherche und längere Lesesessions. Nach einer Woche lag er immer vorne, weil mich die Ruhe überzeugt hat: keine poppigen Experimente, keine UI-Sprünge, einfach fokussiertes Surfen. Für Web-Apps, die unbedingt ein Chrome-Flag brauchen, öffne ich kurz den Standardbrowser. Für alles andere: Pale Moon.

Systemanforderungen und Plattformen

Windows: ab Windows 7 SP1. Linux: moderne Distribution mit GTK2/GTK3; 32-Bit-Generics wurden eingestellt, 64-Bit empfohlen. macOS: ab 10.7 (Intel; auf Apple-Silicon in der Praxis via Rosetta). FreeBSD: ab 13 (64-Bit). Hardwareseitig gilt: 32-Bit-Windows braucht SSE2, 64-Bit-Builds setzen AVX voraus; 2 GB RAM Minimum, 4 GB+ empfohlen.

Für wen lohnt sich Pale Moon?

Für dich, wenn du volle Kontrolle willst, Plugins und Themes liebst, Telemetrie ablehnst und primär klassisches Browsen machst: Lesen, Recherchieren, Foren, Blogs, Shops. Wenn du dagegen täglich mehrere komplexe Web-Apps parallel betreibst oder absolute Kompatibilität über alles stellst, bleibst du wahrscheinlich bei Firefox/Chromium - und parkst Pale Moon als fokussierten Zweitbrowser.

Profi-Tipps

User-Agent per Site anpassen, wenn eine Seite dich fälschlich aussperrt. Medien und Autoplay gezielt entschärfen, das entlastet CPU/GPU. Und: Profil-Backups nutzen, bevor du große Versionssprünge testest.

Fazit

Pale Moon ist eine mutige Gegenposition zum Mainstream: schlank, ehrlich, anpassbar. Er ist nicht perfekt - aber wenn du bewusst surfst und weißt, was du willst, bekommst du einen Browser mit Charakter, der seinen eigenen Weg geht.

Häufig gestellte Fragen:

Unterstützt Pale Moon meine alten Firefox-Add-ons?

Viele klassische XUL/XPCOM-Add-ons laufen weiter. Reine WebExtensions funktionieren in der Regel nicht.

Wie sicher ist Pale Moon im Alltag?

Regelmäßige Sicherheitsupdates, keine Telemetrie und moderne Krypto-Bibliotheken sind an Bord. Achte aber darauf, alte NPAPI-Plugins nur bewusst einzusetzen.

Läuft Pale Moon auf älteren PCs gut?

Ja, der Single-Process-Ansatz spart Overhead. Für 64-Bit-Builds brauchst du jedoch AVX; 2 GB RAM sind Minimum, 4 GB+ fühlen sich deutlich runder an.

Warum laden manche Websites nicht oder brechen mit "Sicherheitsprüfung" ab?

Einige CDNs erkennen unabhängige Browser schlechter. Meist helfen Site-spezifischer User-Agent, das temporäre Zulassen bestimmter Skripte oder ein kurzer Wechsel zum Zweitbrowser für genau diese Seite.