Windows 11 26H2 - Offizielle Freigabe, Anforderungen und Änderungen im Microsoft Configuration Manager
Microsoft hat Windows 11 26H2 offiziell freigegeben. Für Unternehmens-IT-Abteilungen ist die Kompatibilität des Configuration Managers (ConfigMgr) ein zentraler Faktor, da sie den Rollout-Zeitplan bestimmt. Gleichzeitig stellt die Umstellung des ConfigMgr von einem halbjährlichen auf einen jährlichen Release-Rhythmus neue Planungsanforderungen und Backend-Abhängigkeiten bereit. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten zu Unterstützung, Enablement-Package, Release-Kadenz, bekannten Startproblemen und praktischen Rollout-Hinweisen zusammen.
Unterstützung von Windows 11 26H2 im Configuration Manager
Die offizielle Freigabe von Windows 11 26H2 wird von den folgenden ConfigMgr-Versionen unterstützt:
- ConfigMgr 2603 - unterstützt Windows 11 26H2.
- ConfigMgr 2609 - unterstützt Windows 11 26H2.
Die Vorgängerversion ConfigMgr 2509 unterstützt das Update nicht. Damit müssen Unternehmen, die noch auf ConfigMgr 2509 laufen, zunächst ein Upgrade auf mindestens Version 2603 durchführen, um das neue Betriebssystem bereitstellen zu können.
Enablement-Package KB5121794 - Build- und Evaluierungsdetails
Windows 11 26H2 basiert auf dem GA-Build 26300 (vollständige Versionsnummer 10.0.26300.9457). Das Update wird primär über das schlanke Enablement-Package KB5121794 verteilt, das die bereits vorhandenen Komponenten des Systems freischaltet und nur einen kurzen Neustart erfordert.
Für Unternehmen, die das neue Betriebssystem zunächst testen möchten, stellt Microsoft 90-tägige Evaluation-ISOs im Evaluation Center bereit. Diese ISOs enthalten dieselbe Build-Nummer 26300.9457 und können ohne Lizenzschlüssel verwendet werden.
- GA-Build-Nummer: 10.0.26300.9457
- Enablement-Package-KB: KB5121794
- Evaluierungs-ISO-Gültigkeit: 90 Tage
Wechsel zum jährlichen Release-Rhythmus im Configuration Manager
Mit Version 2609 beendet Microsoft den halbjährlichen Veröffentlichungszyklus des Configuration Managers. Künftig erscheint jährlich eine neue Current-Branch-Version. Die nächste reguläre Ausgabe ist ConfigMgr 2709, geplant für September 2027, und markiert damit den ersten vollen Jahreszyklus nach 2609.
Der Support-Zeitraum pro Version bleibt unverändert: Jede Current-Branch-Ausgabe erhält 18 Monate Lifecycle-Support gemäß der Microsoft Modern Lifecycle Policy. Microsoft begründet die Verlangsamung des Release-Tempos mit einer strategischen Neuausrichtung: Während der ConfigMgr weiterhin auf Stabilität und On-Premises-Wartung fokussiert, fließen funktionale Neuentwicklungen primär in die Cloud-Lösung Microsoft Intune.
- Support-Dauer je ConfigMgr-Version: 18 Monate
- Nächster geplanter Release: ConfigMgr 2709 (September 2027)
Auswirkungen auf die Infrastruktur
Der Umstieg auf ConfigMgr 2609 bringt verschärfte Backend-Voraussetzungen mit sich. Die Setup-Prüfung blockiert Installationen, wenn nicht unterstützte Server- oder Datenbankplattformen verwendet werden.
- SQL-Server-Mindestanforderung: mindestens SQL Server 2017 mit Cumulative Update 2 (CU2).
- Unterstützte Server-Versionen: Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2 und SQL Server 2016 werden nicht mehr unterstützt.
- Weitere Änderungen: Deaktivierung schwächerer DHE-Verschlüsselungssammlungen, Abschaltung alter CMG-NAT-Regeln im September 2027, und neue Anforderungen an Management Points mit Microsoft-Entra-integrierter Authentifizierung (Internet-Zugang für Token-Prüfung).
Frühe Safeguard Holds und dokumentierte Startprobleme
Microsoft hat zum Verkaufsstart gezielte Update-Blockaden (Safeguard Holds) dokumentiert. Betroffen sind insbesondere:
- USB-Audio-Class-1.0-Geräte (Code 10 / Audiowiedergabefehler).
- Domänen-Trust-Verluste bei Maschinen mit aktiviertem Credential Guard.
Diese Probleme werden im Windows Release Health Dashboard erfasst und führen dazu, dass betroffene Systeme das Update zunächst nicht über Windows Update sehen, obwohl die Hardware-Anforderungen erfüllt sind.
Planung des Rollouts - Praxischeck für Unternehmen
Bevor das Enablement-Package ausgerollt werden kann, müssen Administratoren folgende Voraussetzungen prüfen und bereitstellen:
- Aktuelle Basisversion des Configuration Managers (mindestens 2603).
- Installiertes Windows ADK (Assessment and Deployment Kit) in der empfohlenen Version.
- .NET Framework 4.8.
- Microsoft ODBC-Driver für SQL-Server.
- Site-Status und Datenbank-Replikation prüfen.
- Durchführung der integrierten Setup-Prüfung, um inkompatible SQL- oder Server-Versionen zu identifizieren.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der eingeschränkte Upgrade-Pfad von Preview-Builds (26H1). Geräte, die bereits auf 26H1 laufen, besitzen keinen direkten In-Place-Pfad via Enablement-Package und müssen entweder neu installiert oder über ein Media-Upgrade auf 26H2 gebracht werden.
FAQ - Häufige Fragen zum Windows 11 26H2-Rollout
- Warum wird das Enablement-Package für 26H2 nicht sofort auf allen Rechnern angezeigt?
Microsoft steuert den Rollout gestaffelt und aktiviert Safeguard Holds bei bekannten Treiber- und Hardwareinkompatibilitäten (z. B. bestimmte USB-Audio-Codecs oder Authentifizierungs-Module), um Instabilitäten zu verhindern. - Verkürzt die Umstellung des Configuration Managers auf jährliche Updates die Supportdauer?
Nein. Jede Current-Branch-Version behält weiterhin den regulären Supportzeitraum von 18 Monaten ab Release bei. Der Veröffentlichungsabstand verlängert sich lediglich auf ein Jahr. - Welche SQL-Server-Mindestanforderung gilt für den Umstieg auf ConfigMgr 2609?
Mindestens SQL Server 2017 mit Cumulative Update 2 (CU2) ist erforderlich; SQL Server 2016 und älter werden von der Installationsprüfung abgewiesen.
Fazit
Die offizielle Freigabe von Windows 11 26H2 bringt für Unternehmen sowohl Chancen als auch neue Planungsaufgaben mit sich. Das Update kann über das kompakte Enablement-Package KB5121794 schnell ausgerollt werden, vorausgesetzt, der Configuration Manager ist mindestens in Version 2603 bzw. 2609 vorhanden. Der Wechsel zu einem jährlichen Release-Rhythmus stärkt die langfristige Stabilität, verlängert jedoch die Vorlaufzeit für Infrastruktur-Upgrades, insbesondere im Hinblick auf SQL-Server 2017, das Ende des Supports für Windows Server 2012 und die Abschaltung alter CMG-NAT-Regeln im September 2027. Durch die dokumentierten Safeguard Holds und die eingeschränkten In-Place-Pfade von 26H1 müssen Administratoren zudem gezielte Tests mit den 90-tägigen Evaluation-ISOs durchführen, um Kompatibilitätsprobleme frühzeitig zu erkennen. Wer diese Anforderungen berücksichtigt und die genannten Voraussetzungen prüft, kann den Rollout von Windows 11 26H2 planungssicher und mit minimalen Unterbrechungen umsetzen.
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