Windows 11 26H2: Unternehmens-Rollout und neue Anforderungen an den Configuration Manager
Microsoft hat Windows 11 26H2 offiziell freigegeben. Während Privatnutzer das Upgrade unkompliziert per Windows Update, Enablement-Package oder ISO durchführen können, stehen Unternehmen vor einer Reihe technischer Voraussetzungen. Der Fokus liegt dabei auf dem Configuration Manager, der ab Version 2609 erstmals einen jährlichen Release-Zyklus einführt und damit neue Vorgaben für SQL-Server, Cloud-Management-Gateway und Infrastruktur-Kompatibilität definiert.
Release-Plan und neue Verwaltungs-Tools
Der Rollout von Windows 11 26H2 erfolgt über ein Enablement-Package, weil das Update auf derselben Codebasis wie die Vorgängerversionen 24H2 und 25H2 aufbaut. Für Unternehmen bedeutet das, dass bereits vorhandene Komponenten weitergenutzt werden können und die Installation nur wenige Minuten dauert. Gleichzeitig stellt Microsoft den Intune-Settings-Catalog auf das neue Betriebssystem ab, was hybride Umgebungen unterstützt.
Configuration Manager: Jahreszyklus und unterstützte Versionen
Der Configuration Manager (ConfigMgr) ändert mit Version 2609 (früher Update-Ring 2026) den Veröffentlichungsrhythmus von halbjährlich auf jährlich. Die nächste reguläre Version ist ConfigMgr 2709, geplant für September 2027. Nur die Versionen 2603 und 2609 unterstützen Windows 11 26H2 - die ältere Version 2509 nicht.
- ConfigMgr 2603 - unterstützt Windows 11 26H2, benötigt keinen veralteten SQL-Native-Client.
- ConfigMgr 2609 - Jahresrelease, unterstützt Windows 11 26H2, SQL Server 2025 und führt Änderungen im Cloud-Management-Gateway ein.
- ConfigMgr 2709 - geplante stabile Ausgabe für September 2027.
Der Umstieg auf den Jahres-Release-Zyklus reduziert die Anzahl der Versionswechsel pro Jahr und schafft mehr Planungssicherheit für IT-Upgrade-Kampagnen.
SQL-Server-Kompatibilität und Datenbankvoraussetzungen
Ab ConfigMgr 2609 wird SQL Server 2025 vollständig unterstützt. Ältere Datenbankversionen, insbesondere SQL Server 2016, können nicht mehr verwendet werden. Die Mindestanforderung an die Datenbank lautet SQL Server 2017 CU2 (2026), abhängig von ConfigMgr 2609. Der veraltete SQL-Native-Client entfällt, was die Datenbankarchitektur vereinfacht.
- Unterstützte SQL-Version: 2025 (vollständig)
- Mindest-SQL-Version: 2017 CU2
- Nicht mehr unterstützt: SQL Server 2016, Windows Server 2012/2012 R2
Cloud-Management-Gateway-Änderungen in Azure
Mit ConfigMgr 2609 werden im Cloud-Management-Gateway mehrere technische Anpassungen vorgenommen:
- Umstellung auf leistungsstärkere virtuelle Maschinen.
- Einführung neuer NAT-Regeln; die alten NAT-Regeln werden im September 2027 stillgelegt.
- Deaktivierung des Zugriffs per gemeinsamem Speicherschlüssel.
- Management Points mit Microsoft-Entra-integrierter Authentifizierung benötigen künftig Internetzugang, um Tokens zu prüfen.
Diese Änderungen erfordern von Unternehmen eine Anpassung ihrer Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur, insbesondere im Hinblick auf Internet-Zugriff und neue NAT-Konfigurationen.
Voraussetzungen für Administratoren
Bevor das Update des Configuration Managers durchgeführt werden kann, müssen Administratoren folgende Basisvoraussetzungen sicherstellen:
- Unterstützte Basisversion des Configuration Managers (2603 oder 2609).
- Aktuelles Windows-ADK.
- .NET Framework 4.8.
- Microsoft-ODBC-Driver-for-SQL-Server.
- Prüfung von Standortstatus und Datenbankreplikation.
- Ausführung der integrierten Setup-Prüfung.
- Mindestens SQL Server 2017 CU2 für ConfigMgr 2609.
Mit der Veröffentlichung von Windows 11 26H2 und der parallelen Einführung von Configuration Manager 2609 markiert Microsoft den Beginn einer neuen Ära im Release-Rhythmus. Statt halbjährlich wird ab 2026 lediglich noch jährlich eine reguläre Version herausgebracht, mit ConfigMgr 2709 in Planung für September 2027 (Microsoft 2026). Diese Veränderung reduziert die Update-Häufigkeit und ermöglicht Unternehmen ein präziseres Upgrade-Management. Ein wesentlicher Anpassungspunkt ist zudem die Serverinfrastruktur: Ab ConfigMgr 2609 werden ausschließlich unterstützte Softwarekomponenten wie SQL Server 2017 CU2 und höher benötigt, während alte Versionen wie SQL Server 2016 und Windows Server 2012/2012 R2 den Veröffentlichungsprozess künftig blockieren (Microsoft 2026).
Risiken und Gegenmaßnahmen
Unternehmen sollten die folgenden Risiken im Blick behalten und proaktiv Gegenmaßnahmen planen:
- Kein direkter Upgrade-Pfad von 26H1 auf 26H2: Geräte im Bromine-Zweig (26H1) benötigen separate Lösungen, da Microsoft keinen direkten Pfad bereitstellt.
- Infrastruktur-Upgrades erzwungen durch veralteten Support: Windows Server 2012/2012 R2 und SQL Server 2016 müssen vor der Installation von ConfigMgr 2609 ersetzt werden.
- Erhöhte Komplexität im Cloud-Management-Gateway: Neue NAT-Regeln und Internet-abhängige Authentifizierung verlangen Anpassungen an Sicherheitskonzepten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum kann ich Windows 11 26H2 nicht direkt auf meinem Windows 11 26H1 installieren?Microsoft hat keinen direkten Upgrade-Pfad von 26H1 auf 26H2 freigegeben, weil beide Versionen auf unterschiedlichen Plattformen basieren und separate Builds verwenden.Was ist mit Windows Server 2012 und SQL Server 2016?Ab ConfigMgr 2609 werden diese Systeme nicht mehr unterstützt. Unternehmen müssen bis zur Installation von ConfigMgr 2609 ihre Server modernisieren.Unterstützt ConfigMgr 2609 SQL Server 2025?Ja, ConfigMgr 2609 unterstützt SQL Server 2025 vollständig und benötigt keinen veralteten SQL Native Client mehr.Unterstützungsdauer und weitere Kennzahlen
- Enterprise/Education: 36 Monate Support (2026, Quelle S1)
- Home/Pro: 24 Monate Support (2026, Quelle S1)
- Basis-Betriebssystem-Build 26H2: 26300 (2026, Quelle S2)
- Testdauer der Enterprise-Evaluation-ISO: 90 Tage (2026, Quelle S3)
- Geplante Stilllegung alter NAT-Regeln: September 2027 (Quelle S4)
Fazit
Windows 11 26H2 bringt für Unternehmen sowohl Chancen als auch neue Pflichten mit sich. Der Umstieg auf den jährlichen Release-Zyklus des Configuration Managers reduziert die Update-Last, erfordert jedoch frühzeitige Planung von SQL-Server- und Cloud-Management-Gateway-Komponenten. Durch die klar definierten Mindestvoraussetzungen - insbesondere die Unterstützung von SQL Server 2017 CU2 oder höher und die Abschaltung veralteter Serverplattformen - erhalten IT-Abteilungen eine verlässliche Basis für den Rollout. Die Bereitstellung über ein Enablement-Package ermöglicht zudem einen schnellen und störungsarmen Einsatz. Unternehmen, die diese Vorgaben berücksichtigen und die beschriebenen Risiken proaktiv adressieren, können den Windows 11 26H2-Rollout sicher und effizient in ihre Infrastruktur integrieren.
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