SystemRescue

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SystemRescue ist dein unverzichtbares Tool für Notfälle am PC, das schnelle Hilfe bei Systemproblemen und Datenverlust bietet.

SystemRescue ist ein schlankes, bootfähiges Linux-Werkzeugkasten für Datenrettung, Systemreparatur und Wartung. Du startest unabhängig vom installierten Betriebssystem und greifst direkt auf starke Tools zu - ideal, wenn ein PC nicht mehr startet oder du heikle Aufgaben wie Partitionierung, Imaging oder Passwort-Reset erledigen willst. Im Folgenden zeige ich dir, was das Tool kann, für wen es sich lohnt und worauf du achten solltest.

Vorteile

  • Startet unabhängig vom installierten System und umgeht Bootprobleme
  • Vollgepackt mit Profi-Tools (GParted, TestDisk, ddrescue, Clonezilla)
  • Aktueller LTS-Kernel mit moderner Dateisystem-Unterstützung (z. B. bcachefs)

Nachteile

  • Erfordert Grundwissen zu UEFI/BIOS und Partitionen
  • Kein 32-Bit oder ARM; Fokus auf x86-64
  • Live-System ohne dauerhafte Speicherung, sofern nicht explizit konfiguriert

SystemRescue: Dein Notfall-Werkzeug für kaputte Systeme

SystemRescue (früher SystemRescueCd) ist eine bootfähige Linux-Distribution, die dich aus genau den Lagen befreit, in denen herkömmliche Tools aufgeben: defekte Bootloader, zerschossene Partitionstabellen, BitLocker-Volumes, sterbende Festplatten, verlorene Dateien. Du startest von USB/DVD, arbeitest direkt im RAM und hast damit volle Kontrolle - ganz ohne das kaputte Hauptsystem zu berühren.

Was steckt drin?

Das Herz schlägt Arch-basiert mit einer schlanken XFCE -Oberfläche. Du bekommst die Klassiker: GParted und parted für Partitionen, ddrescue und dd_rescue für defekte Datenträger, TestDisk und PhotoRec für Partitions- und Dateirettung, Clonezilla, FSArchiver und Co. fürs Imaging, ntfs-3g und dislocker (BitLocker) für Windows-Laufwerke, plus Memtest86+, smartctl, hwinfo, efibootmgr, GRUB -Tools und Browser (Firefox) für Doku-Recherche während der Arbeit.

Aktualität und Technik

Stand: Version 12.03 (13.12.2025). SystemRescue setzt auf einen LTS-Kernel 6.12.x und unterstützt moderne Dateisysteme wie bcachefs, btrfs, xfs, ext4 sowie NTFS/FAT. Das ist nicht nur nett fürs Labor - das macht im Alltag den Unterschied, wenn du beschädigte Strukturen prüfen, reparieren oder migrieren willst. Praktisch: Treiber- und Firmware-Abdeckung ist stark, UEFI und Legacy-BIOS funktionieren, und dank pacman kannst du bei Bedarf temporär weitere Pakete nachladen.

So funktioniert der Einsatz

- Medium erstellen: ISO laden und auf USB schreiben (unter Windows, macOS oder Linux mit gängigen USB-Tools oder Bordmitteln). Optional verifizierst du die SHA256 -Prüfsumme.
- Booten: Im UEFI/BIOS das Medium wählen. Danach startet XFCE oder die Konsole - je nachdem, was du brauchst.
- Arbeiten: Daten sichern, Partitionen anpassen, Bootloader flicken, Images ziehen, Passwörter zurücksetzen, SMART-Werte checken, Netzwerk mounten (Samba/NFS), via SSH remote helfen. Wenn es kritisch wird, schaltest du auf ddrescue und ziehst sektorweise Kopien.

Typische Praxisfälle

  • Windows startet nicht: Bootloader reparieren, Dateisystem prüfen, wichtige Daten auf externe Platte sichern.
  • Neue SSD/HDD: Sauberes Partitionieren, Ausrichten, Dateisystem anlegen, Image migrieren.
  • Verschlüsselung: BitLocker-Volumes per dislocker einhängen, LUKS via cryptsetup öffnen.
  • Datenrettung: Mit TestDisk/PhotoRec gelöschte Partitionen/Dateien wiederherstellen; mit ddrescue defekte Sektoren umschiffen.

Warum nicht einfach irgendein Live-System?

Weil SystemRescue konsequent auf Rettung getrimmt ist. Du musst nicht erst Pakete nachinstallieren oder im Web nach ISO-Varianten stöbern. Hier sind die richtigen Tools bereits an Bord, sinnvoll vorkonfiguriert und aktuell - das spart in Stresssituationen echte Lebenszeit.

Leistung und Zuverlässigkeit

In der Praxis überzeugt die Distribution durch robustes Treiber-Set, stabile Kernelbasis und Tools, die auch unter Druck funktionieren. Klar, Wunder gibt es keine - aber wenn noch etwas zu retten ist, bekommst du damit die besten Chancen.

Meine Erfahrung

Ich habe mit SystemRescue schon eine totgeglaubte Notebook-SSD gerettet: ddrescue lief stundenlang, das Image lag auf einem NAS, danach hat TestDisk die Partitionstabelle wiederhergestellt. Kein Glamour, aber ein "Yes, geschafft!" -Moment.

Grenzen und Stolpersteine

Nur x86-64, keine 32-Bit- oder ARM-Builds. Außerdem ist es ein Live-System: Persistenz musst du manuell einrichten. Und ja - ein bisschen Grundwissen zu Partitionen, Dateisystemen und UEFI hilft enorm.

Sicherheit & Lizenz

Open-Source unter GPL-3.0. Du arbeitest read-only gegen das defekte System, solange du nicht bewusst schreibst. Für heikle Aufgaben (z. B. sichere Datenlöschung) gibt es wipe, nwipe und shred - mit Bedacht einsetzen.

Alternativen

GParted Live für reine Partitionierung, Hiren's BootCD PE für Windows-PE-Tools. Für Vollbackup-Workflows eignen sich spezialisierte Imaging-Lösungen. Als Allround-Rettungsumgebung bleibt SystemRescue jedoch mein Favorit.

Fazit

SystemRescue ist das "Schweizer Taschenmesser" für Notfälle am PC: schnell einsatzbereit, modern, praxistauglich. Wenn du nur ein einziges Rettungs-Medium mitnimmst, nimm dieses.

Häufig gestellte Fragen:

Kann ich SystemRescue auf einem USB-Stick installieren?

Ja. Du schreibst die ISO auf einen USB-Stick und bootest davon. Das geht mit Bordmitteln oder gängigen USB-Tools.

Funktioniert das auch bei verschlüsselten Laufwerken?

Ja. LUKS wird nativ unterstützt, BitLocker bindest du über dislocker ein. Danach kannst du Daten sichern oder prüfen.

Kann ich damit Windows reparieren?

Du kannst Bootprobleme eingrenzen, Dateisysteme checken, Daten kopieren und Bootloader/EFI-Einträge korrigieren. Windows selbst installierst du damit nicht neu, aber du schaffst die Grundlage.

Gibt es Persistenz?

Standardmäßig läuft es im RAM. Persistente Speicherung ist möglich, muss jedoch manuell eingerichtet werden.

Welche Hardware wird unterstützt?

Zielplattform ist x86-64 mit UEFI oder Legacy-BIOS. Treiberabdeckung ist sehr gut; exotische Setups können Feinjustierung brauchen.

Eigenschaften der Software

Rating:

4,6

Name:

SystemRescue

Lizenzart:

Open Source (GPL-3.0)

System:

Bootfähiges Linux (x86-64); Erstellung des Mediums unter Windows, macOS, Linux

Sprache:

Mehrsprachig (u. a. Deutsch, Englisch)

Update:

21.01.2026

Latest Version:

12.03