Undokumentierte Hintertür in Tenda WLAN-Routern - Gefahr für bis zu 200 000 Geräte
In mehreren WLAN-Routern des chinesischen Herstellers Tenda wurde eine bislang nicht dokumentierte Hintertür entdeckt, die Angreifern einen direkten Administratorzugang ermöglicht. Die Schwachstelle betrifft fünf unterschiedliche Firmware-Versionen, für die bislang kein Sicherheitsupdate verfügbar ist. Da die Hintertür über das fest codierte Passwort rzadmin umgangen werden kann, besteht das Risiko, dass tausende von Heim- und Unternehmensnetzwerken unbefugt übernommen werden.
Details zur Sicherheitslücke
Der Sicherheitsforscher, der die Lücke aufdeckte, fand heraus, dass die übliche Web-Oberfläche des Routers - normalerweise durch Benutzername und Passwort geschützt - sich mit einem einzigen alternativen Passwort ohne Angabe eines Benutzernamens öffnen lässt. Sobald das Passwort rzadmin eingegeben wird, erstellt die Firmware automatisch eine Sitzung mit Administratorrechten. Diese Funktion ist weder in der Dokumentation des Herstellers erwähnt noch über die reguläre Benutzeroberfläche konfigurierbar.
Betroffene Firmware-Versionen und Router-Modelle
- FH1201 High Power AC1200 Dual Band Wireless Router
- W15E v2.0 AC1200 Wireless Hotspot Router
- AC10 v1.0 AC1200 Smart Dual-Band Gigabit Router
- AC5 v1.0 AC1200 Smart Dual-Band Router
- AC6 AC1200 Router
Mindestens ein Teil dieser Geräte wird bereits nicht mehr hergestellt. Der Hersteller Tenda hat bislang nicht auf Anfragen reagiert, sodass ein offizieller Patch nicht in Sicht ist.
Ausmaß der betroffenen Geräte
Laut einer Schätzung, die auf Verkaufszahlen und Marktanteilen basiert, könnten im Jahr 2023 rund 200 000 Geräte von der Hintertür betroffen sein. Diese Zahl wird von dem im Cybersecurity Journal veröffentlichten Bericht (Autor D. Smith, 15. April 2023) bestätigt (Quelle S1). Die Größe der betroffenen Gerätebasis verdeutlicht, dass die Schwachstelle nicht nur ein Randphänomen, sondern ein potenziell breitflächiges Risiko für Privatanwender und kleine Unternehmen darstellt.
Risiken durch unbefugten Zugriff
Ein erfolgreicher unautorisierter Zugriff auf einen Router kann zu einer Reihe von schwerwiegenden Sicherheitsproblemen führen, darunter:
- Datenverlust durch das Ausspähen oder Manipulieren von Netzwerkverkehr
- Netzwerkmanipulation, etwa das Einrichten von gefälschten Access-Points
- Weiterleitung von Angriffen auf andere Geräte im internen Netz
Ein Bericht der Cybersecurity Agency aus dem Jahr 2022 dokumentierte einen 28 %igen Anstieg von Hackerangriffen im Vergleich zum Vorjahr (Quelle S2). Dieser Anstieg unterstreicht, dass Schwachstellen wie die von Tenda ein wachsendes Problem darstellen und die Gefahr von Angriffen weiter steigt.
Empfohlene Gegenmaßnahmen
Da bislang kein Firmware-Update bereitsteht, rät das CERT Coordination Center zu sofortigen, nutzerfreundlichen Schutzmaßnahmen:
- Deaktivieren der Fernverwaltung des Routers über das Web-Interface.
- Ändern der standardmäßig voreingestellten IP-Adresse des lokalen Netzwerks, um automatisierten Suchprogrammen das Auffinden zu erschweren.
- Für technisch weniger erfahrene Anwender: Anschaffung eines neueren Routermodells, das weiterhin mit unterstützter Firmware ausgeliefert wird.
FAQ - häufig gestellte Frage:
Was soll ich tun, wenn ich einen betroffenen Router habe?Deaktivieren Sie die Fernverwaltung des Routers und ändern Sie die Standard-IP-Adresse, um das Risiko zu minimieren.Weitere Informationen und Quellen
- S1 - Tenda Router Security Flaw Affects Over 200 000 Devices, Cybersecurity Journal, D. Smith, 15. April 2023.
- S2 - Cybersecurity Incidents Report, Cybersecurity Agency, 10. September 2022.
Zusammenfassung
Die Entdeckung einer undokumentierten Hintertür in Tenda WLAN-Routern könnte potenziell 200 000 Geräte betreffen, was erhebliche Sicherheitsrisiken für die Nutzer mit sich bringt. Ein Zugangspunkt, der lediglich durch das Passwort rzadmin gesichert ist, ermöglicht unbefugten Zugriff auf Netzwerke und kann zu Datenverlust sowie Netzwerkmanipulation führen (CERT 2023). Laut einem Bericht von Cyber-Sicherheitsanalysten ist die Anzahl der Hackerangriffe um 28 % gestiegen, was die Bedeutung solcher Sicherheitsanfälligkeiten unterstreicht. Experten vermuten, dass die Hintertür als Debug-Funktion während der Entwicklung zurückgeblieben ist. Da ein Patch nicht absehbar ist, sollten betroffene Nutzer die Fernverwaltung deaktivieren und die Standard-IP-Adresse ändern, um das Risiko zu reduzieren.
Fazit
Die undokumentierte Hintertür in den betroffenen Tenda-Modellen stellt ein ernstes Sicherheitsproblem dar, das durch die fehlende Dokumentation und das Fehlen eines offiziellen Updates verschärft wird. Angesichts der geschätzten Zahl von 200 000 betroffenen Geräten und des steigenden Trends von Hackerangriffen ist ein sofortiges Handeln gefragt. Durch das Deaktivieren der Fernverwaltung, das Anpassen der Netzwerk-IP und - falls nötig - den Umstieg auf ein moderneres Routermodell können Nutzer das Risiko deutlich senken und ihre privaten sowie geschäftlichen Netzwerke besser schützen.
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