AVM veröffentlicht FRITZ!OS 8.40 Labor-Updates für 15 Router und Repeater - FRITZ!Box 7620 startet Beta-Test
Am Wochenende hat AVM erneut frische Beta-Firmware für ein breites Spektrum seiner Produktpalette bereitgestellt. Insgesamt 15 Modelle - darunter DSL-Router, LTE/5G-Varianten und mehrere Repeater - erhalten das Labor-Update auf FRITZ!OS 8.40. Neu im Testzyklus ist das Einstiegs-Modell FRITZ!Box 7620, das erstmals eine Labor-Firmware (Version 8.40-137569) bekommt. Die Aktualisierung dient als Vorstufe für das kommende Major-Release FRITZ!OS 8.50 und gibt konkrete Einblicke in zentrale Funktionen wie automatische QoS-Videopriorisierung, einen WireGuard-Kill-Switch und barrierearme Telefonie-Optionen.
Umfang des Labor-Rollouts - 15 Geräte erhalten FRITZ!OS 8.40
Die aktuelle Labor-Welle umfasst die folgenden Modelle:
- FRITZ!Box 7620 - Version 8.40-137569 (Erst-Beta)
- FRITZ!Box 7590 - Version 8.40-137465
- FRITZ!Box 7590 AX - Version 8.40-137468
- FRITZ!Box 7510 - Version 8.40-137459
- FRITZ!Box 6850 5G - Version 8.40-137444
- FRITZ!Box 6850 5G v2 - Version 8.40-137447
- FRITZ!Box 6850 4G - Version 8.40-137441
- FRITZ!Box 6850 LTE - Version 8.40-137450
- FRITZ!Box 5690 Pro - Version 8.40-137567
- FRITZ!Box 5690 XGS - Version 8.40-137432
- FRITZ!Box 5590 Fiber - Version 8.40-137427
- FRITZ!Repeater 6000 - Version 8.40-137511
- FRITZ!Repeater 3000 AX - Version 8.40-137504
- FRITZ!Repeater 1200 AX - Version 8.40-137489
- FRITZ!Mesh Set 1600 - Version 8.40-137492
Die FRITZ!Box 7620: Wi-Fi 7-Einsteigerrouter im Fokus
Die FRITZ!Box 7620 wurde im Sommer 2026 als Nachfolgerin der weit verbreiteten FRITZ!Box 7520 eingeführt. Sie richtet sich primär an DSL-Kunden, insbesondere als Standard-Home-Server bei 1&1. Technisch ist sie das erste DSL-Volumenmodell von AVM, das Wi-Fi 7 (802.11be) unterstützt - allerdings ohne das 6-GHz-Band. Die maximale WLAN-Bruttodatenrate im 5-GHz-Band beträgt 1 440 Mbit/s (2 × 2 MIMO). Zusätzlich verfügt die Box über vier Gigabit-LAN-Ports, sodass im Vergleich zur 7520 keine 100-Mbit/s-Drosselung mehr vorkommt. Der Router ist für Supervectoring 35b bis 300 Mbit/s ausgelegt und bietet damit genügend Bandbreite für moderne Streaming- und Cloud-Arbeitsmodelle.
Wichtige Neuerungen in FRITZ!OS 8.40
Automatische Videokonferenz-Priorisierung
Ein zentrales Feature ist die automatische Erkennung und Priorisierung von Videokonferenzen. Die Firmware analysiert den Datenverkehr und stellt sicher, dass Echtzeit-Kommunikation immer die bestmögliche Verbindung erhält - ein wichtiger Schritt für Home-Office- und Remote-Work-Umgebungen.
Einfacher Modus für das FRITZ!Fon - Barrierearmut
Der neue "Einfache Modus" fokussiert die Telefonie-Bedienung auf die wichtigsten Funktionen. Menüs werden reduziert, Softkeys können als Schnellwahl-Tasten definiert werden und die Darstellung ist speziell auf ältere und weniger technikaffine Nutzer zugeschnitten. Zusätzlich unterstützt der SOS-Ruf bis zu vier Notfallkontakte, die im Ernstfall automatisiert gewählt werden.
Kein automatisches DHCP-Suffix '.fritz.box' mehr
FRITZ!OS 8.40 verteilt das DNS-Suffix '.fritz.box' nicht mehr standardmäßig per DHCP. Der Schritt verhindert Kollisionen mit der öffentlich delegierten Top-Level-Domain .box und reduziert unnötigen DNS-Traffic im lokalen Netzwerk. Wer das alte Verhalten benötigt, kann das Suffix nachträglich in den erweiterten IPv4-DHCP-Einstellungen aktivieren.
Erweiterte mDNS-Hostnamen
Die lokale Namensauflösung unterstützt jetzt offiziell sechs mDNS-Domain-Varianten: fritzbox.local, gateway.local, box.local (nur für FRITZ!Box), repeater.local, fritzrepeater.local (nur für Repeater/Mesh) sowie die generische router.local. Diese Namen erleichtern die Identifikation von Geräten im Heimnetz ohne DNS-Suffix.
WireGuard-Härtung mit Kill-Switch und MTU-Feineinstellung
Die Labor-Firmware schließt bislang bekannte Schwachstellen bei mobilen VPN-Setups: Bei Abbruch einer WireGuard-Verbindung wird der gesamte Datenverkehr über die reguläre Internetverbindung blockiert (Kill-Switch). Zusätzlich kann die MTU für jeden Tunnel individuell angepasst werden, was die Performance verbessert.
Erhöhtes NAS-Freigaben-Limit
Die maximale Anzahl gleichzeitiger Speicher-/NAS-Freigaben wird von 20 auf 250 erhöht. Das ermöglicht deutlich mehr gleichzeitige Zugriffe - ein klarer Vorteil für Home-Office-Umgebungen mit vielen Geräten.
Sicherheits- und Protokolländerungen im Detail
Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten enthält das Update folgende sicherheitsrelevante Anpassungen:
- Deaktivierung des automatischen DNS-Suffixes reduziert das Risiko von Namens-Konflikten mit der öffentlich registrierten .box-TLD.
- Unterstützung von sechs offiziellen mDNS-Hostnamen verbessert die lokale Namensauflösung und reduziert unnötige DNS-Anfragen.
- Kill-Switch-Mechanismus schützt sensible Daten, wenn ein WireGuard-Tunnel ausfällt.
- Erneuerung des Let's-Encrypt-Zertifikats für MyFritzNet-Adressen erfolgt bereits nach zwei Dritteln der Zertifikatslaufzeit, um Kompatibilitäts-Probleme zu vermeiden.
Praktische Hinweise zur Installation und bekannte Risiken
- Miet- und Provider-Router: Viele gebrandete Geräte erlauben das manuelle Aufspielen von Labor-Firmware nicht. Solange ein Provider das Beta nicht über TR-069 freigibt, bleibt das Update für Endkund:innen unzugänglich.
- Stabilitätsrisiken: Labor-Firmware kann im produktiven Heimnetz zu Verbindungsabbrüchen führen, insbesondere bei WireGuard, WLAN-Mesh und DNS-Auflösung. Ein Downgrade erfordert vorher das Anlegen einer Sicherungsdatei.
- Installationsablauf: Bestehende stabile Firmware muss priorisiert werden. Anschließend kann die Zip-Datei über System → Update → FRITZ!OS-Datei eingespielt werden. Das Anlegen einer Sicherung der Geräteeinstellungen wird dringend empfohlen.
FAQs zur FRITZ!Box 7620 und FRITZ!OS 8.40
- Was ist die FRITZ!Box 7620 und wer nutzt diesen Router? Die FRITZ!Box 7620 ist ein Wi-Fi 7-Einstiegsrouter für DSL-Anschlüsse (Supervectoring 35b bis 300 Mbit/s). Sie wurde Mitte 2026 als neuer Standard-Home-Server bei 1&1 eingeführt und löste die weit verbreitete FRITZ!Box 7520 ab.
- Welche Bedeutung hat FRITZ!OS 8.40 im Vergleich zu FRITZ!OS 8.50? FRITZ!OS 8.40 fungiert im AVM-Labor als Entwicklungs- und Testplattform. Neue Features werden hier vorab erprobt, bevor sie ins finale Major-Release FRITZ!OS 8.50 übergehen.
- Warum verteilt die FRITZ!Box unter FRITZ!OS 8.40 kein 'fritz.box'-Suffix mehr per DHCP? Die Voreinstellung wurde angepasst, um DNS-Fehlinterpretationen und Adresskonflikte mit der im Internet registrierten TLD .box zu verhindern. Der alte Modus lässt sich bei Bedarf wieder aktivieren.
Ausblick: Vorbereitung auf FRITZ!OS 8.50
Das Labor-Update legt die Basis für das bevorstehende Major-Release FRITZ!OS 8.50. Dort werden Kernfunktionen wie die automatische QoS-Videopriorisierung, ein erweiterter WireGuard-Kill-Switch und weitere Barrierefreiheits-Optimierungen für das FRITZ!Fon erwartet. Durch das frühe Testen auf 15 Modellen - insbesondere auf der FRITZ!Box 7620 als Hardware-Einstiegsmodell für Wi-Fi 7 - kann AVM die Stabilität und Performance der neuen Features bereits jetzt eingrenzen.
Fazit
Mit dem Rollout von FRITZ!OS 8.40 zeigt AVM, dass die kommenden Änderungen konsequent auf Stabilität, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit abzielen. Die FRITZ!Box 7620 erhält als erstes Einstiegsmodell das Labor-Update und profitiert von Wi-Fi 7, vier Gigabit-LAN-Ports und einer Reihe von Software-Verbesserungen, die besonders für Home-Office- und barrierearme Anwendungen relevant sind. Gleichzeitig weist AVM auf mögliche Risiken hin - insbesondere für gebrandete Provider-Geräte und bei einer Nutzung im produktiven Netzwerk. Interessierte Nutzer können das Update über die offizielle Labor-Seite beziehen, sollten jedoch vorab eine Sicherung anlegen und sich der potenziellen Instabilitäten bewusst sein. Das Labor-Update dient als Sprungbrett für FRITZ!OS 8.50, das in Kürze mit erweiterten QoS- und VPN-Funktionen auf den Markt kommen wird.
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